Die Saison 2009 war meine Einstiegssaison. Seit längerer Zeit hatte ich mir vorgenommen, Triathlon auszuprobieren. Um mir von vornherein keine falschen Bewegungsmuster anzutrainieren, habe ich ein Triathlonseminar bei Ute besucht. Obwohl ich mich nie für unsportlich gehalten habe, gab es da mehr als genug für mich zu lernen. Ich hätte vorher nie geglaubt, dass Schwimmen so entspannt sein kann ;-)
Auf dem Seminar habe ich Ute ein wenig ausgefragt und ich habe heraus gefunden, dass es dieses Team gibt. Zum Glück hat Ute mich aufgenommen. Danke auf diesem Weg.
Beim ersten Start beim Jedermann in Simmern hat es mir sehr geholfen, gleich zu einem Team zu gehören. Es hat gut getan, Fragen stellen zu können und bekannte Gesichter auf der Strecke und am Ziel zu sehen. Auch mit meiner Einstiegszeit von 1:31:00 war ich zufrieden.
Mein zweiter Start war beim Sprint-Triathlon in St.Ingbert. Zeitlich hat sich da leider nicht mehr viel getan. Die Schwimmstrecke war 100m länger und meine Zeit auch leider 58 Sekunden schlechter im Vergleich zu Simmern.
Mein Fazit für die nächste Saison: Da geht noch was!
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 09. März 2010 um 09:41 Uhr
Meine Saison 2009: Timo Meier
Geschrieben von: Timo Meier
Samstag, 06. März 2010 um 00:00 Uhr
Saisonrückblick 2009
Ein persönlicher Rückblick auf die vergangene Saison.
In Dir muss brennen was Du in anderen entfachen willst. Das war immer meine Einstellung, wenn ich es mal wieder geschafft hatte ein paar meiner Freunde vom Schreibtisch weg zu ihrem ersten Volkslauf zu schleppen. Leider ging dann 2008 mein eigenes Feuer aus. Nach pfeifferschem Drüsenfieber, einer hartnäckigen Verletzung an der Hüfte, gefolgt von langweiligen und schmerzhaften Stunden in der Reha war ich gezwungen eine fünf monatige Zwangspause einzulegen – im Ausdauersport eine Ewigkeit. Als ich also Anfang 2009 wieder in mein Training einstieg, fühlte ich mich wie ein bewegungsgestörter fetter Lebkuchen auf dem Weg zu seinem ersten 3km Volkslauf. Es ist unglaublich wie tief sich der eigene Motor in so einer langen Auszeit runterfährt. An ein langes solides Grundlagentraining war erst mal nicht zu denken, war ich ja nicht mal in der Lage 5km am Stück zu laufen. Meine Hauptwettkämpfe im Verein beginnen jedes Jahr im Mai, und als ich im Januar meine Form betrachtete, fing ich doch arg an zu zweifeln, ob es in diesem Jahr überhaupt klappen könnte.
In diesen Momenten hat mich ein Freund aus dem Trainingslager und Schreiber meines Trainingsplans „Jan van Berkel“ immer wieder extrem motiviert. Mein Ziel war es nicht mehr mich wie die Vorjahre in allen Wettkämpfen zu verbessern sondern mein neues Motto lautete: „Jeden Tag etwas besser werden und Spaß dabei haben.“
Klar, als Sportler will man immer gewinnen. Doch diese Saison war auf den zweiten Blick wahrscheinlich sogar meine beste. Allen Teammitgliedern, die sich derzeit mit wiederkehrenden Verletzungen und Krankheiten rumplagen kann ich nur eines sagen: Es dauert so lange wie es dauert! „Lache nicht über jemanden, der einen Schritt zurück macht. Er könnte Anlauf nehmen.“
Zuletzt aktualisiert am Samstag, 06. März 2010 um 16:34 Uhr
Saison 2009
Geschrieben von: Michael Marinus
Mittwoch, 03. März 2010 um 00:00 Uhr
Eine Saison zum abhaken. Krankheit prägte den Beginn des Jahres und während der Wettkampfphase führte die Diagnose eines massiven Knorpelschadens im rechten Kniegelenk dazu, dass ich keinen Wettkampf für das UM-Team bestreiten konnte. Besonders leid tat es mir, weil mit dem 1. Mittel-Mosel-Triathlon eine Premiere fast vor der Haustür stattfandet, an welcher ich gerne teilgenommen hätte.
Da meine Planungen nun erst einmal ohne Laufen auskommen müssen, werde ich hoffentlich zum Ausklang des Jahres noch eine Crossduathlon-Staffel mit meinem Bruder machen können.
Für das nächste Jahr habe ich mich, geleitet von Optimismus, mit einem Freund und wieder meinem Bruder für die Staffel in Roth angemeldet. Dort kann ich mir dann den Frust dieses Jahres auf 180km aus der Seele fahren ;-))
Vermutlich der kürzeste Saisonbericht für das Team, aber darüber ist keiner mehr enttäuscht als ich.
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 03. März 2010 um 07:33 Uhr
Saison 2009 - Michael Barkowsky
Geschrieben von: Michael Barkowsky
Montag, 01. März 2010 um 00:00 Uhr
Mitteldistanz Risum – Lindholm Mein erster Wettkampf in dieser Saison fand in Risum - Lindholm an der Nordsee statt. Das Wetter spielte einigermaßen mit, es war trocken und überwiegend sonnig mit ca. 19 Grad und für die Nordseeregion verhältnismäßig windarm. Geschwommen wurde in einem Angelteich, der leider nur kühle 17 Grad hatte. Es mussten 4 Runden a 500 m geschwommen werden. Nach 34:07 entstieg ich dem kühlen nass und lief die ca. 100 m zu meinem Fahrrad. Die Fahrradstrecke von ca. 88 km war auf 2 Runden verteilt. Eine ziemlich flache Strecke, die einem an einigen Stellen mit starken Böen zu schaffen machte. Es hielt sich aber alles in Grenzen ohne verzweifeln zu müssen. Das Highlight waren die 2 X 11 km direkt am Deich mit direktem Kontakt zu den Schafen. Es dauerte dann auch nicht lange und eins der Schafe schien sich für mich und mein Fahrrad zu interessieren. Vollbremsung war angesagt, aber Gott sei Dank ist nichts passiert. So konnte ich meine Fahrt wieder aufnehmen und den Radsplit nach 2:26:35 beenden. Die Laufstrecke von 21,4 km war Tellerflach und für meine Wadenverletzung mit 19-tägiger Laufpause dann optimal. Die Zeit von 1:44:19 war nach dieser längeren Verletzungspause dann mehr als zufrieden stellend. So beendete ich das Rennen in 4:50:04 was in meiner Altersklasse den 4 Platz (von 17) bedeutete. Abschließend kann man sagen, dass das Rennen eine gute Vorbereitung für mein kommendes Saisonhighlight, den Ironman Switzerland ist.
Ironman Switzerland Beim Schwimmen habe ich eine richtige Lehrstunde erhalten.. Wie konnte ich mich nur so weit hinten einsortieren. Ich hatte überhaupt keine Möglichkeit an den noch schlechteren Schwimmern vorbeizukommen. Wenn dann die Möglichkeit einmal da war, konnte ich stressfrei gleiten und konnte an einigen vorbeiziehen. Das freie schwimmen war aber eher selten. Daraus resultierte dann die 1:13 Damit war ich unzufrieden. Eine 1:07 wäre definitiv drin gewesen. Aber OK, beim nächsten Mal wird alles anders. Beim Radfahren habe ich darauf geachtet ruhig zu bleiben, wie Du es mir geraten hattest. Keinen permanenten und unnötigen Druck auf die Wade ausüben, denn die brauchte ich noch dringend. Nach 5:40 bin ich dann eingetrudelt. Ich bin also einigermaßen frisch und ohne Rückenschmerzen vom Rad gestiegen. Jetzt kam die große Unbekannte. Meine Frau und unsere Freunde haben schon früh gemerkt, dass ich ein wenig unrund lief. Eigentlich hatte ich während des Marathons keine großen Tiefpunkte. Einzig und allein darauf zu hoffen das die Wade hält und ich ins Ziel komme. Was dann zum Glück in einer Zeit von 4:15 funktioniert hat. Hier wäre definitiv auch eine 3:45 drin gewesen. Schließlich bin ich dann nach 11:21 Std. ins Ziel gekommen. Deine Pläne waren optimal und unter normalen Umständen hätte ich die Zeit von 10:30 – 10:45 erreichen können.
Inseltriathlon Ratzeburg am Wochenende war mein letzter Wettkampf für 2009. Ich habe es doch geschafft mein Ziel zu erreichen. Ich habe in 4:49:07 gefinished. Eigentlich hatte ich keine Lust, als ich am Sonntag auf das Thermometer sah und 12 Grad Lufttemperatur abgelesen habe. Naja dachte ich, im Wasser kann es nur wärmer sein. Das hatte immerhin 19,5 Grad. Richtig angenehm dagegen. Von den 400 gemeldeten Teilnehmern waren auch nur ca. 310 am Start. Die anderen sind wohl liegen geblieben bei dem Wetter. Meine Schwimmzeit bei unruhigem Gewässer war nur mäßig mit 37:35. Aber die Schwimmzeiten im allgemeinen waren bei allen Athleten nicht so toll. Das war allerdings auch kein Trost. Die Radstrecke hatte sich zum letzten Jahr verändert. Grauenhafte Buckelpiste. Asphalt konnte man dazu nicht sagen. Die Strassen mit Split ausgebessert und mit der Schaufel platt gekloppt. Das Empfinden hatten aber alle Athleten, was heute auch im Forum zu lesen war. Nach 3:14:29 passierte ich die Zeitmessung zur ersten Laufrunde, welche durch den Wald führt. Dieser Kurs ist eigentlich ein Cross Lauf. Steigungen dann wieder Bergab Läufe, was böse ausgehen kann. Jetzt war ich permanent dabei meine Zeit zu kontrollieren und knickte nach 17 Kilometern beim Bergab laufen um, mit dem Ergebnis eines leicht anschwellenden Knöchels. Ich hatte noch ca. 15 Minuten Zeit um mein Ziel zu erreichen. Das konnte jetzt nicht wirklich sein, dachte ich. Also kurz angehalten, geguckt ob sonst alles OK ist und weiter. Die ersten Meter taten noch weh, doch dann ging es. Für den letzten Kilometer hatte ich noch 4 Minuten und 45 Sekunden Zeit. Noch mal Gas gegeben und super zufrieden ins Ziel gekommen. Die Laufzeit betrug 1:34:39 was für mich mit den ganzen Verletzungen bzgl. Wade und Achillessehne mehr als nur zufrieden stellend war. Mein Fazit für dieses Jahr: Alle Ziele erreicht, dank Deiner optimalen Trainingspläne.
Zuletzt aktualisiert am Montag, 01. März 2010 um 09:44 Uhr
Die Saison meiner Träume oder „Das Jahr des Ironman“
Geschrieben von: Mario Franz
Freitag, 26. Februar 2010 um 00:00 Uhr
Nun blicke ich zurück auf eine lange und sehr schöne Saison. Ich habe mir mit meinem Start beim Ironman Lanzarote einen Lebenstraum erfüllt. Ich kann jetzt auch sagen, dass ich ein Ironman bin.
Aber der Reihe nach.
Meine Saison begann im Oktober letzten Jahres. Nachdem ich eine Verletzung an den Adduktoren auskuriert hatte, habe ich mit leichtem Lauftraining gestartet. Der Maschsee in meiner „Nochheimat“ Hannover war da ein treuer Begleiter. Die Weihnachtszeit habe ich dank des Trainings ohne große Überraschungen auf der Waage überstanden. Aber so recht wollte es mit der Grundlage nicht klappen. Ich hatte auf der Arbeit ziemlich viel um die Ohren und darunter hat mein Sport extrem gelitten. Anfang Januar ging es dann mit einem guten Freund auf die Insel des Geschehens (Lanzarote). Hier sollten dann die ersten Radgrundlagen gelegt werden. Aber der Körper wollte wohl nicht so recht wie ich wollte und der Arbeitsstress tat sein übrigens. Ich lag von den 11 Tagen Training 4 mit einer Grippe im Bett . Zum 01.03. bin ich dann nach Nürnberg gezogen. Dieses war dann glaube ich auch der Auslöser für eine extreme sportliche Verbesserung. Ich hatte wieder Spaß bei der Arbeit und somit auch wieder richtig Lust auf Sport. In den nächsten Monaten wurde die Radstrecke von Roth meine Hausstrecke. Super kann ich nur sagen. Aber auch das sonstige Trainingsumfeld war gut. Ich fand schnell Anschluss an ein paar Triathleten und so machen wir gemeinsam viele Trainingseinheiten. Aber auch die alte Heimat habe ich nicht vergessen. In Hameln absolvierte ich dann meinen ersten und letzten Wettkampf vor Lanzarote. Für den Volkstriathlon brauchte ich knapp mehr als 1 Stunde. Die Form war also da. Nun konnte das Projekt Ironman starten. Am 19. Mai ging der Flug. Somit hatte ich bis zum Wettkampftag am 24. Mai noch genug Zeit zum Akklimatisieren. Am 24.05. um 7 Uhr war es dann soweit. Startschuss und ich begab mich in die Fluten. Normalerweise mag ich das Schwimmen nicht so. Aber an dem Tag war alles anders. Die zwei zu schwimmenden Runden verginge wie im Flug. Es machte richtig Spaß im glasklaren Wasser zu schwimmen. Nach 1:07 hatte ich die zweite Runde beendet. Nun schnell wechseln und aufs Rad. Zum Glück war es an dem Tag nicht ganz so heiß. So musste man nur gegen die Berge und den Wind kämpfen. Aber auch das ging super. Etwas mehr also 6 Stunden (6:05) brauchte ich für die Runde über die Insel. „Nun noch ein kleiner Lauf von 42 km und du bist durch“. So dachte ich zumindest. Aber bis jetzt war alles so perfekt gelaufen, dass konnte ja so nicht bleiben. Und dann kam es auch so. In der 2 von 4 Laufrunden bekam ich einen Hungerast. Ich hatte wohl auf dem Rad nicht genug gegessen. Tja halt ein Anfängerfehler. Der hat mich aber bestimmt einiges an Zeit gekostet. Ich habe dann die nächsten 10 km alles gegessen und getrunken, was ich kriegen konnte. An dieser Stelle noch mal ein großes Danke an meinen Magen, der mich in dieser Phase nicht im Stich gelassen hat. Ab km 30 ging es dann auch wieder und ich konnte die letzten km richtig genießen. Nach 11:18 war es dann geschafft. Ich lief durchs Ziel und bekam meine Medaille.
Somit war mein Saisonhöhepunkt für mich erreicht. Den Rest der Saison bin ich dann sehr locker angegangen. Erwähnenswert wäre höchstens noch mein Start beim Cityman in Hamburg. Wegen der Zuschauerkulisse ist das für mich einer der schönsten Wettkämpfe überhaupt.
Tja nun sitze ich hier auf meinem Balkon in Nürnberg, schreibe diese Zeilen und denke dabei an eine richtig schöne Saison zurück. Die Knochen haben gehalten und bis auf die kleine Grippe im Januar der Rest auch. Also kann ich nur sagen. Danke Saison 08/09 willkommen Saison 09/10.
Zuletzt aktualisiert am Freitag, 26. Februar 2010 um 09:15 Uhr
Die neuen Mitglieder 2010
Geschrieben von: Timo Meier
Freitag, 12. Februar 2010 um 12:00 Uhr
Bettina Stracke
Sandra Jensen
Katharina Grohmann
Andre Marhauer
Lutz Neuss
Thadäa Dohmann
Peter Herrmann
Hansi Kappaun
Thomas Rogowski
Alex Walchs
Miraim Klepzig
Manuela Schnurbusch
Marcell Jagnow
Larissa Bergtold
Simone Spellerberg
Sven Hujo
Zuletzt aktualisiert am Freitag, 12. Februar 2010 um 14:14 Uhr
Eine Saison mit Tiefen und Höhen
Geschrieben von: Karin Schulz
Freitag, 12. Februar 2010 um 00:00 Uhr
Ende 2008 fühlte ich mich ausgepowert. Beruflich hatte ich zwei anstrengende und arbeitsintensive Jahre hinter mir, und der permanente Spagat zwischen Beruf, Sport und Familie hatte ebenfalls viel Kraft gekostet. Mein Hauptziel für 2009 war es, einen guten Mittelweg für meine drei Lebensbereiche zu finden. Die Freude am Sport sollte im Vordergrund stehen. Ich wollte trainieren ohne das schlechte Gewissen, eventuell den Beruf zu vernachlässigen, und ohne den Druck, im Frühsommer für eine Ironman-Distanz fit sein zu müssen. Auf einen Wettkampf wollte ich mich vorbereiten. Welcher es sein sollte – das wollte ich im Laufe des Frühjahrs entscheiden. Das Jahr begann nicht gerade verheißungsvoll. Meine Schulterprobleme vom letzten Jahr wurden schlimmer und verursachten starke Schmerzen. Einigermaßen schmerzfreies Schwimmen war erst ab Juni möglich. Nicht zuletzt aufgrund der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise musste ich schon früh erkennen, dass mein Beruf auch in 2009 wieder Priorität haben würde. Den Hermannslauf mußte ich krankheitsbedingt absagen. Mitte März verbrachte ich eine tolle Trainingswoche auf Sizilien. Dort stimmte ich mit Freunden dann doch zwei Wettkämpfe ab: die Deutschen Meisterschaften in Immenstadt auf der Mitteldistanz und die Europameisterschaften in Prag auf der Langdistanz. Ich freute mich auf die beiden Gemeinschaftserlebnisse, denn mit Ausnahme der Sonntage musste ich meine Trainingseinheiten aus beruflichen Gründen überwiegend allein absolvieren. Zwei Wochen Urlaub Anfang Juni in Kroatien ermöglichten mir, ohne beruflichen Stress und schlechtes Gewissen Sport zu treiben und in Form zu kommen. Nach meiner Rückkehr war jedoch „Training auf Sparflamme“ angesagt. Mit dem schlechten Gefühl, nicht gut genug vorbereitet zu sein, fuhr ich zum Allgäu Triathlon nach Immenstadt. Obwohl ich mich bemühte, gelang es mir nicht, in eine positive Wettkampfstimmung zu kommen. Das Wetter passte sich meiner Gemütslage an: 11 Grad am Wettkampf Morgen, Regen, Wind – am liebsten wäre ich im Bett geblieben. Eine Niesattacke im Auto auf dem Weg zum Start – ich bin Astmatikerin – ließ ebenfalls nichts Gutes verheißen. Mit mulmigem Gefühl ging ich an den Start. Nach ca. 200m das Desaster: Luftnot, Panik. Ich konnte nicht mehr kraulen, riss an meinem Neo, um Luft zu bekommen. Ich konzentrierte mich darauf, ruhig zu werden und quälte mich weiter mit Rücken-, Brust- und Kraulschwimmen. Kurz vor der Wendeboje hatte ich endlich die Attacke überwunden und konnte bis zum Ziel durchkraulen. Das Schwimmen hatte viel Kraft gekostet. Das fürchterliche Wetter und die giftige Radstrecke vor Augen hatte ich große Lust, den Wettkampf abzubrechen. Gleichzeitig suchte ich nach Gründen zum Weitermachen. Dieses Wechselspiel dauerte bis ca. km 70. Danach hatte ich mich aus dem Motivationsloch gezogen, und der Wettkampf machte plötzlich Spaß. Auch der Wettergott hatte ein Einsehen, die Sonne kam hervor. Mit Freude absolvierte ich die Laufstrecke und lief als Dritte meiner Altersklasse durchs Ziel. 14 Tage später die Europameisterschaften in Prag. Sollte ich nach meiner Negativerfahrung beim Schwimmen an den Start gehen? Ich hatte Angst, dass sich solch eine Attacke wiederholen könnte. Andererseits würde ich mit einem schlechten Gefühl die Saison beenden und hätte das Problem im nächsten Jahr. Ich entschloss mich, die verbleibenden 10 Tage zum Schwimmtraining zu nutzen, ohne Druck und mit dem Ziel, Sicherheit und Vertrauen zurück zu gewinnen. Mit einem guten Gefühl und einer gehörigen Portion Motivation und Selbstvertrauen fuhr ich nach Prag. Meine Mutter und meine Tante begleiteten mich, und Freunde stießen am Freitag dazu, um mich beim Wettkampf zu unterstützen und an zu feuern. Eine Vorführung von Werken von Smetana in Verbindung mit syncron illuminierten Wasserspielen, zu der der Veranstalter eingeladen hatte, und eine mehrstündige Stadtbesichtigung machten die Reise nach Prag schon im Vorfeld zu einem Erlebnis. Der Wettkampftag begann mit einem Missgeschick. Bei den Startvorbereitungen zog ich mir eine schmerzhafte Rippenprellung zu, die mir die Tränen in die Augen trieb. Würde ich den Wettkampf durchstehen? Ich entschied mich, an den Start zu gehen und bei zu starken Schmerzen aus zu steigen. Das Schwimmen in der Moldau – 4 km, davon 2km gegen den Strom – verlief ohne Probleme, und ich kämpfte mich in Hochstimmung auf den Zielponton. In der Wechselzone sah ich, dass ich vor meinen Alterskonkurrentinnen aus dem Wasser gekommen war. Die 120 km lange Radstrecke auf einem 10 km windanfälligen Autobahn-Wendepunktteilstück mit einer 4 km langen Steigung wurde von Runde zu Runde anstrengender und verlangte uns Athleten eine Menge ab. Bei dem abschließenden 30 km relativ flachen Hitzelauf entlang der Moldau machte sich meine Rippenprellung immer stärker bemerkbar. Doch durch die Wendepunktstrecken beim Radfahren und Laufen hatte ich immer einen genauen Überblick über die Abstände zwischen meinen Altersklassenteilnehmerinnen und mir. Ich führte und konnte mir sogar erlauben, Gehpausen einzulegen. Erschöpft, aber überglücklich erreichte ich als Erste meiner Altersklasse das Ziel: Europameisterin AK 55 auf der Langdistanz. Eine Saison mit Tiefen, aber auch mit vielen Höhen, mit einem tollen Abschluss und der erneuten Erfahrung, dass der Wille Berge versetzen kann.
Zuletzt aktualisiert am Freitag, 12. Februar 2010 um 10:39 Uhr