09 | 09 | 2010
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„Magische Worte“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Katharina Grohmann   
Dienstag, 06. Juli 2010 um 13:36 Uhr

Um viertel vor sieben habe ich mich dann Richtung Start begeben. Und es dauerte nicht lange, dann viel der Startschuss und es ging ENDLICH los! Die ersten Minuten waren genauso wie ich es mir vorgestellt habe, „unschön“. Aber irgendwie hat es trotzdem Spaß gemacht. Es hatte sich alles schön locker angefühlt und obwohl ich auf Grund des „Staus“ nicht mein Tempo schwimmen konnte, verging die Zeit schneller als gedacht. Ich kam aus dem Wasser und habe mich tatsächlich richtig gut gefühlt. Kaum zu glauben! ;) Dann schnell die Kompressionsstrümpfe übergestülpt und es ging aufs Rad. Und obwohl ich nach dem Schwimmen noch so froh war, saß ich dann auf einmal auf meinem Rad und meine Wettkampfstimmung war irgendwie nicht mehr da. Ich war auf einmal irgendwie ein bisschen motivationslos und ich wusste gar nicht warum. Schließlich hatte ich mich soooo lange auf diesen Tag gefreut und vorbereitet. Wie sollte man einen Ironman finishen, wenn man schon nach den ersten Kilometern auf dem Rad denkt: So, und was ist jetzt das besondere daran? Das kannte ich gar nicht von mir! So, bin ich erst einmal vor mich hingeradelt… In Enkheim ging es dann „the Beast“ hoch! Und auf einmal hörte ich: Katharina Grohmann vom UTE MÜCKEL Triathlon Team! Gänsehautfeeling pur!!! Das waren die magischen Worte, die ich brauchte und dann hat es auch auf einmal bei mir „klick“ gemacht! Ab da ist es wieder bei mir „geflutscht“! Meine Beine fühlten sich richtig gut an und ich hatte auf einmal wieder sooooooooooooo viel Spaß am Fahrradfahren! Die 185km vergingen deshalb auch wie im Fluge! Ich stieg vom Rad ab und hatte überhaupt nicht das Gefühl, dass ich gerade 5,5 Std. gestrampelt bin. Auch auf den ersten beiden Laufrunden fühlte ich mich richtig gut und machte mir schon ein paar Sorgen, weil mir das alles ein bisschen zu gut lief. Hätte ich lieber mal nicht darüber nachgedacht, denn kurz darauf gingen mir dann doch die Oberschenkel zu und so wurden die letzten 1,5 Runden noch mal richtig hart.

An der Strecke (sowohl beim Schwimmen, Radfahren und Laufen) stand meine komplette Familie, mein Freund Matthias, viele gute Freunde und einige vom UM-Team! Gerade beim Laufen hat mir das sooooo sehr geholfen, weil es wirklich kaum einen Abschnitt auf der Strecke gab, wo keiner von euch gestanden hat. Überall wurde ich angefeuert. Und die meisten von euch haben sich tatsächlich die Mühe gemacht, dann immer die Uferseite zu wechseln, sodass ich sie sogar 2 Mal pro Runde gesehen habe!!! Das Beste war noch, als ich irgendwann gehört habe: „Ich soll dich von Ute grüßen. Lauf genau so weiter, du bist gerade auf Platz 1 in deiner AK und hast einen guten Vorsprung!“ Ich konnte meinen Ohren kaum glauben und habe bestimmt 100 Mal nachgefragt, ob das nicht vielleicht doch eher ein Versehen ist...  Die letzte Runde war dann wirklich ganz schön böse. Ich hörte immer nur, du brauchst nur noch durchzulaufen und wusste, dass sich mein Laufen gerade nicht nur Scheiße anfühlt, sondern, dass ich wohl auch so aussehen muss.^^  Meine Oberschenkel wollten einfach nicht mehr, aber mein Kopf hat sich geweigert auch nur einen Schritt zu gehen! Und dann sah ich irgendwann endlich das 42km Schild! Noch 195m und ein Blick auf die Uhr sagte, dass ich noch knapp 50 Sekunden bis zur 11Std. Grenze habe. „Alles oder nichts!“ und so habe ich tatsächlich noch mal zum „Sprint“ angesetzt. Ich hatte echt Angst, dass auf der Geraden irgendwann einfach meine Beine zusammenklappen, weil ich so rumgeeiert bin. Aber ich habe es geschafft! 10:59:50,4 Std. bei meinem ersten IRONMAN Start! Nach den letzten 3 Wochen davor hätte ich im Traum nicht daran gedacht! Erst Recht nicht das ich mich sogar für Hawaii qualifiziere! Das ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl und nicht in Worte zu fassen!

Mehr findet Ihr hier:

 

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 06. Juli 2010 um 13:59 Uhr
 
Motivation fürs Wochenende PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Timo Meier   
Donnerstag, 01. Juli 2010 um 08:39 Uhr
 
Buch: Schwimmtraining - Für alle Triathlondistanzen (Broschiert) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Timo Meier   
Freitag, 25. Juni 2010 um 00:00 Uhr

Laughing Utes Buch ist auf dem Markt! Laughing

schwimmtraining_buch

Buch: Schwimmtraining - Für alle Triathlondistanzen (Broschiert)

Kurzbeschreibung
Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Kraulschwimmen im Triathlon nicht wirklich vom Stil der Spezialisten. Bei den Spezialisten geht es allerdings um Zehntel- oder Hundertstelsekunden. Hier ist ein Optimum an Technik und Bewegungskoordination gefordert und sie kommen meist schon im Kindesalter zu ihrem Sport. Hobbytriathleten dagegen tun dies oft erst im mittleren bis fortgeschrittenen Alter. Sie stehen im Berufsleben, haben Familie und eher begrenzte Zeit zum Training. Auch diesem Umstand ist in der Trainingsmethodik Rechnung zu tragen. Im Triathlon werden Schwimmdistanzen von 500-3.800 m zurückgelegt. Das Wettkampfende ist danach noch fern. 20-180 km Radfahren und 5-42 km Laufen sind anschließend zu bewältigen. Es geht daher in der ersten Disziplin, dem Schwimmen, nicht um Zehntelsekunden sondern um maximale Ökonomie. In diesem Buch werden Anregungen und Anleitungen zum Triathlonschwimmen gegeben, um annähernd allen Leistungsstufen einen ökonomischen und effizienten Schwimmstil zu vermitteln. Im Ergebnis spart dies Kraft und Zeit zugleich für einen konzentrierten Wechsel und die zwei anschließenden, kräftezehrenden Disziplinen.


Über den Autor
Ute Mückel, geb. 1967, war Profi-Triathletin von 1995 bis 2007. Sie war sechs Jahre im Hochleistungssport Schwimmen aktiv und wurde 1982 dreifache Junioreneuropameisterin im Schwimmen. Sie absolvierte 49 Ironman-Rennen und trug dabei drei Siege davon. Se
it 2005 leitet sie Schwimmseminare für Triathleten und seit 2004 ist sie als Coach im Triathlon tätig.


  • Broschiert: 144 Seiten
  • Verlag: Meyer & Meyer Sport; Auflage: 1., Auflage (Juni 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3898995542
Zuletzt aktualisiert am Freitag, 25. Juni 2010 um 09:56 Uhr
 
Von einem Extrem ins Andere PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Elfie Baltes   
Dienstag, 22. Juni 2010 um 17:42 Uhr

Auf die Mitteldistanz im Kraichgau mit über 30 ° folgte am vergangenen Sonntag ein Sprint in Limburg an der Lahn mit 14 ° Tagestemperatur.

 

Die Lahn war kälter - gerade mal 17 °-  als bei der letzten Auflage vor zwei Jahren, die Rad- und Laufstrecke wurden als überarbeitet auf der Hompage angekündigt. Ein Höhenprofil gab es nicht, also nahm ich an, beide Strecken sind flach (ich bin keine Bergziege), dieser Wunschtraum ging aber nicht in Erfüllung Rad- und Laufstrecke waren ein Stück anspruchsvoller. Streckenführung zu vergleichen mit Kraichgau nur kürzer, sehr kurvenreich, viel Kopfsteinpflaster und die Außentemperatur lag bei 14 °. Sprint ist auch nicht meine Lieblingsdisziplin, ich fühle mich immer total gehetzt bzw. komme mir vor wie eine Schnecke wenn alle an mir mit einem Affenzahn vorbeidüsen.

Ute meinte zudem noch, der Wettkampf liegt ungünstig - ich solle ihn aus dem Training bestreiten und mich am Sonntag etwas quälen (ich quäl mich aber nicht gern, hab mich die ganze Woche schon gequält, dann auch noch Sonntags quälen!!!). Auf das Bahntraining am Mittwoch, folgten Donnerstags 2 Std. Radtraining mit Tempoeinheiten, Freitags 3.000 m Schwimmen, Samstags 2,5 Std. Rad und 2 Std. Lauf, Samstag abend waren meine Knochen total steif und ich kam mir vor wie 80, weit entfernt davon am nächsten Tag einen flotten Sprint hinzulegen.Aber was tut man nicht alles auf dem Weg zur Langdistanz nach Roth, da muss ich durch.

Bin so ziemlich als letzte ins Wasser, auf dem Weg Richtung Startlinie hörte ich den Startschuss und siehe da: die Letzten werden die Ersten sein - ich steige als zweite Frau aus dem Wasser. 2005 meinten einige Vereinsmitglieder, ich sei zu alt das Kraulen jetzt noch zu lernen, ich selbst zweifelte auch oft. 2006 hab ich bei Ute mein erstes Schwimmseminar besucht, im Winter trainiere ich nur Technik, beim Schwimmen bin ich einmal wöchentlich anzutreffen, dann steig ich am Sonntag nach lockeren 750 m mit 14:24 Min. aus dem Wasser. Rad und Laufen fand ich nicht so super, aber war auch nach der Trainingswoche nicht anders zu erwarten. Kam als 9. Frau ins Ziel und 2. in der AK 50. Ach ja, die älteste Triathletin wurde auch geehrt - das war ich!!!

Herzlichen Dank an Ute für die tolle Trainingssteuerung!

Meine Zeiten:

14:24 Schwimmen/1:04:11 Rad mit beiden Wechselzeiten/30.20 Lauf/ insgesamt: 1:48:55"

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 22. Juni 2010 um 17:47 Uhr
 
Tri-Cross in Salem am Bodensee PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Oliver Lang   
Montag, 21. Juni 2010 um 17:35 Uhr

Am Samstag, 19.06.2010 fand der erste Tri-Cross in Salem am Bodensee statt.

Ich freute mich auf meinen ersten Cross-Triathlon, weil gerade das biken eine spannende Herausforderung werden würde. Leider kam alles ganz anders. Auf Grund starker und anhaltender Regenfälle musste der Veranstalter aus Sicherheitsgründen die Mountainbike-Strecke sperren. Aus dem geplanten Cross-Triathlon wurde somit ein Swim &Run.

Ich erfuhr dies (zum Glück) erst beim Einchecken, denn sonst wäre ich wahrscheinlich erst gar nicht an den Start gegangen; das Schwimmen zählt leider nicht zu meiner stärksten Disziplin ;-)

Im strömenden Regen erfolgte der Start. Die Schwimmstrecke sah zwei Runden a 400m mit einem Landgang vor. Leider bekam ich gleich nach dem Start einen Schlag in den Magen ab, in dessen Folge ich erst einmal gehörig Wasser schluckte. Zum Glück fand ich dann aber meinen Rhythmus. Nach einem gefühlt ewig langen Wechsel ging es endlich auf die Laufstrecke. Die komplett ebene Strecke ist asphaltiert und führt in vier Runden a 2,5 km jeweils um den Schlosssee herum. Ich lief etwas zu hart an und musste nach einem km etwas Tempo rausnehmen. Meine Beine fühlten sich dann Meter für Meter besser an und ich konnte pro Runde etwas zulegen. Letztendlich lief ich auf dem 19. Gesamtrang ins Ziel. Zu meinem grossen Erstaunen erfuhr ich später, dass ich sogar 2. in meiner AK geworden bin – und das bei einem Swim & Run ;-)

 

 
Ein Triathlet auf abwegen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Andreas Ulrich   
Freitag, 18. Juni 2010 um 17:19 Uhr

Hallo liebe Team-Gemeinde,

endlich kann ich ein weiteres Rennen von meiner Wunschliste streichen. Ok, kein Triathlonrennen, nein, ein einfacher „Ultra“ – Marathon. Und zwar hat es mich schon immer mal gereizt, die 100 km von Biel in Angriff zu nehmen. Trotz der Erfahrung von einigen Langdistanzen hatte ich doch einigen Respekt vor der Strecke. 100 km auf den Beinen sein, wie sich das wohl anfühlt? So habe ich mich für dieses Jahr entschieden, keine Langdistanz, sondern Biel und im August das 24 Std. Radrennen in „der grünen Hölle“ am Nürburgring als Einzelstarter zu bestreiten.

Aber zurück zu Biel, habe mich seit Anfang des Jahres mit zwei Bekannten auf dieses Ziel hin vorbereitet. Neben einigen Schwimm- und Radkilometern, waren es dann deutlich über 2000 Laufkilometer die ich absolviert habe. Die Vorbereitung verlief sehr gut, die im Vorfeld bestrittenen Wettkämpfe (50Km Ultramarathon in Marburg, Trollinger Marathon, etc.) deuteten auf eine gute Ausgangsform hin. Also konnte Biel kommen. Die nur 5 Tage davor stattfindende Kraichgau Challenge Mitteldistanz (Heimrennen) wollte und konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und nahm diese als letzte Formüberprüfung. Auch hier lief alles nach Wunsch (siehe Bericht darüber).

Voller Motivation und Selbstvertrauen bin ich dann am Donnerstag mit meiner Bekannten (Carmen) nach Biel aufgebrochen.

Wieder bestes Wetter, 35°C, aber wir laufen zum Glück ja nachts. Nach einer ruhigen Nacht und etwas Kultur tagsüber warteten wir dann mit Spannung auf den Start um 22.00 Uhr am Abend. Da es den ganzen Tag über wieder schwülwarme 30-33°C hatte, wurden für die Nacht starke Regenfälle, Gewitter und sinkende Temperaturen auf 13°C voraus gesagt. Was anziehen? Da keine Radbegleitung etc. musste alles in minimaler Ausstattung gehen. Habe mich für einen Einteiler mit Radtrikot entschieden. Somit hatte ich Platz für Windweste, Lampe, 3 Gels und Mp3-Player. So ging´s dann endlich um 22.00 Uhr los. Haben uns als Rookies mal in die hinteren Reihen gestellt, um es ruhig angehen zulassen. Dann der Startschuss, laufe locker los, gefolgt von Carmen, machen Platz um Platz gut. Bei Km 1 stelle ich fest, das ich gerade mit 4:40 min/km anlaufe. Upps, sofort auf die Bremse treten. Pendel mich dann auf 5:15 min ein, immer noch zu schnell laut meinem Plan. Mittlerweile hat Carmen abreißen lassen, die auf Grund einer Verletzung in der Vorbereitung ihr Tempo sehr niedrig halten muss. Habe mich dann entschlossen, einfach nach Gefühl zu laufen, immer im Wohlfühlbereich. So vergingen die ersten Kilometer wie im Flug. Immer wieder kleine Stimmungsnester, dann ruhige Streckenabschnitte und nichts von Regen oder dergleichen in Sicht. Im Gegenteil, immer noch Temperaturen von über 20°C und schwülwarm. Alle jammern dass sie schwitzen und zu warm angezogen sind. Da hilft nur eins, trinken, trinken und nochmals trinken! Da kommt einem die Erfahrung der Langdistanz zu Gute. Bin kontinuierlich am überholen, der erste HM ist rum, versuche mit einigen Läufern ins Gespräch zu kommen, nichts, alle sind wie in Trance oder total gereizt und angespannt. Hey Leute, wir sind doch erst bei 21 km, das kann noch öde werden, 80 km und keinem kannst Du das Ohr abkauenJ. Also Mp3 Player auf die Ohren und passend zu Mitternacht mal mit Hells Bells von AC/DC beschallen lassen. So ging es dann ohne nennenswerte Ereignisse weiter. Der erste Marathon ist rum und weiter geht`s. Endlich, das 50Km Schild. Zum ersten Mal schaue ich wieder auf meine Uhr, 4:45 Std., super, genau in meinem Zeitplan. Ab hier geht es nun nur bergab. Versuche nun jeden 10ner in 60 min zu laufen, inklusive kurzer Gehpausen bei den Verpflegungspunkten. Das es immer noch nicht abkühlt, wird ausreichendes Trinken der Schlüssel über Erfolg oder Niederlage sein. Also mindestens 3-4 Becher Wasser rein schütten, ein Riegel oder Gel dazu. Mahlzeit!

Fühle mich immer noch stark, alles läuft gut und die Beine sind noch locker.

Kilometer 56, hier kommt er nun, der sagenumwobene „Ho Chi Minh Pfad“ (Emmendamm), also übersetzt, der Pfad der Erleuchtung. Von wegen, da Neumond ist, dieser Pfad umgeben von hohen Bäumen fernab von irgendwelchen Straßen und Häusern verläuft, ist es hier so dunkel wie in einem Bärenpopo. Ohne Stirnlampe purer Leichtsinn. Also Lampe auf Hirn und los. Der Weg ist ein schmaler Trampelpfad, übersäht mit Kieselsteinen und Wurzeln, bewachsen mit kniehohen Gras, Wegbreite etwa 20-25cm und rechts und links geht es eine Böschung hinab. Da bringt dann auch die Lampe nicht viel, laufen mit höchster Konzentration, jeder Schritt eine Herausforderung. Komme gut durch, bin aber ziemlich allein, ab und an eine Lampe als Wegmarkierung, die einem bestätigen auf dem richtigen Weg zu sein. Nach einiger Zeit merke ich, dass ein Licht von hinten mich einholt. Ah, ein schnellerer Staffelläufer. Als er direkt hinter mir ist, versuche ich ein wenig Platz zu machen.

Als Dank dafür rempelt er mich beim überholen unsanft an und schickt mich in den rechten Abhang. Mit einem Ausfallschritt versuche ich einen Sturz zu vermeiden, mit dem Ergebnis, dass ein stechender Schmerz durch meinen rechten hinteren Oberschenkel geht und ich mich dann doch „lang“ mache. Mein erster Gedanke, das war’s!!! Sofort wieder auf die Beine, dann Bestandsaufnahme. Knie, Ellbogen und Hand leicht aufgeschürft, aber nicht gravierend. Was macht das Bein? Langsam wieder loslaufen, immer mit einem stechenden Schmerz begleitet. Egal, musst eh weiter, hier in der Wildnis kann Dir sowieso keiner helfen. In den nächsten 2-3 km ließ dann das Stechen nach und ich kam wieder in meinen normalen Rhythmus zurück. Vielleicht hat mich aber auch die Wut im Bauch den Schmerz vergessen lassen. Ein jeder von Euch kann sich wohl denken, was man am liebsten mit so einem Idi… gemacht hätte. Zum Glück hatte er seine Startnummer vorne, so dass ich sie nicht sehen konnte, denn irgendwann bin ich ja auch im Ziel. Nach einiger Zeit hatte ich mich dann auch wieder beruhigt und fieberte der 70 km Marke entgegen, der so genannten Halbzeit in Biel. Was würde mich erwarten? Der Mann mit dem Hammer oder so was? Aber nichts passiert, die Beine laufen immer noch locker. Das einzige was ich merke ist, das die Schuhe ihre Dämpfung verloren haben. Nun ist eine gute Fußmuskulatur gefragt. Bei km 80 immer noch im Zeitplan. Hier kommt nun der letzte größere Anstieg. Erst geht es über 3 km langsam bergauf, um dann noch mal für ca. 600-700m mit 14-15% Steigung die Beine zu quälen. Nein, nicht gehen, laufen, immer weiter, sammle hier am Berg wieder einige Läufer ein. Geschafft! Oben und nun geht es erstmal für eine Weile runter. Aber Vorsicht, nicht überziehen, noch liegen ca. 18 km zwischen mir und Biel. So langsam kommt auch das tageslicht wieder und immer noch sind die Temperaturen gesunken. Ah, leichter Nieselregen kommt auf, der nach 5 Minuten wieder endet und nur die Luftfeuchtigkeit anhebtL. Nun geht es durch grüne Auen entlang der Aare. Mutterseelenallein trabe ich vor mich hin. Nun muss langsam der Kopf ran. Durch die fehlende Abwechselung, Unterhaltung und keine motivierenden Zuschauern, wird es nun einsam, alles mögliche geht mir durch denn Kopf, aber ich fühle mich gut, die Beine funktionieren, auch wenn jetzt mit leichten Schmerzen und Verhärtungen. Ein Blick auf die Uhr bestätigt meinen Plan. Das motiviert mich wieder. Langsam nähere ich mich der 90 km Marke. Wenn jetzt nichts mehr schief geht, schaffe ich es. Das verleiht Flügel. Am Verpflegungsstand noch mal meine letzte kurze Pause, Wasser trinken, Gel rein, Cola / Wasser rein und weiter. Die letzten Kilometer vergehen immer schneller, bei km 95 noch mal mit Cola puschen, das gibt mir den letzten Kick, überhole sogar noch einen Staffelläufer. Dann das 99 km Schild, der letzte Kilometer, das Grinsen im Gesicht wird immer breiter. Noch ca. 600m, da noch ein letztes Opfer, ziehe das Tempo an, gehe vorbei. Nach kurzem Widerstand war auch er abgehangen. Und da war sie endlich, die Zielgerade, habe die letzten Meter nur noch genossen und bin dann mit 9:43 Std überglücklich ins Ziel. Habe damit meine angestrebten 10 Std. deutlich unterboten.

Aber dann kam er, der einzige Wehmutstropfen des ganzen Wochenendes. Hinter der Ziellinie gähnende Leere. Kein After Race Bereich, nichts! Etwas weiter das große Festzelt, voll mit Zuschauern und Angehörigen. Ja, dort gab es ein Läuferfrühstück, wäre jetzt genau richtig, aber sorry, hatte vergessen Geld mit auf den 100km Lauf zunehmen. Aber da war ich nicht allein. Da gibt es bei jedem Wald- und Wiesenlauf eine bessere Verpflegung im Zielbereich. Etwas frustriert bin ich dann mit anderen Finishern mein Shirt holen gegangen. Dann ab zum Massieren, aber Fehlanzeige, 2 Liegen für 1600 Starter plus Staffeln, die sich hier schon in großer Menge breit gemacht hatten, ist auch wichtig nach 20km laufen. Bin dann etwas enttäuscht zum Auto gewackelt, was zum Glück unweit in einer Seitenstraße stand.

Dort aus eigenen Vorräten bedient, Handy, Kamera genommen und zurück zum Ziel auf meine Mitstreiter Carmen und Jürgen gewartet. Die Zeit habe ich dann doch noch mit netten Gesprächen mit anderen Läufern verbringen können, als dann für mich unerwartet Carmen mit einer Zeit von 11:40 Std. über die Ziellinie in meine Arme stürmte. Auch mein Freund Jürgen ließ nicht mehr allzu lange auf sich warten und kam knapp unter 13 Stunden ins Ziel.

Nachdem die beiden Ihre Frustration über den fehlenden After Race Bereich verdaut hatten, entschlossen wir uns kurzer Hand die Schweiz zu verlassen und sind gegen Mittag zurück nach Deutschland gefahren. Kurz hinter der Grenze haben wir uns in einem Landgasthof einquartiert. Nach ausgiebigem Duschen und kurzer Ruhepause auf dem Bett, haben wir dann den Abend bei einem deftigen Essen ( der Wirt meinte es sehr gut mit uns, denn die Portionen waren riesig ) ausklingen lassen. Nach einer schmerzfreien Nacht oder zumindest hab ich keine Einschläge mehr mitbekommen, haben wir uns am Sonntag nach dem Frühstück dann auf den Heimweg gemacht.

Fazit dieser Aktion:

100km sind schon ein Stück, aber werde sie bestimmt noch mal in Angriff nehmen, ob in Biel oder anderswo weiß ich noch nicht. Aber ansonsten bleibe ich dem Triathlon treu. Da sind die Leute viel entspannter!!!!!

Liebe Grüße und noch eine schöne Saison.

Euer Andy

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 20. Juni 2010 um 06:49 Uhr
 
Emstriathlon in Greven PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Peter Dämmer   
Montag, 14. Juni 2010 um 18:11 Uhr

Am Sonntag war es mal wieder soweit, ich wollte mich mal wieder a einer Sprintdistanz versuchen, es ging zum Emstriathlon nach Greven.

Da ich eigentlich nur für die Langstrecke trainiere, dachte ich mir so ein Sprint wird bestimmt der Spritzigkeit und Schnelligkeit ein wenig gut tun.

Es lief auch alles recht ordentlich, das Schwimmen mal ausgenommen, immerhin reicht es zu Platz 18 und zu Platz 4 in der AK 40.( 1h  4 Min.)

Damit war ich mehr als zufrieden, freu mich aber jetzt schon auf die nächste Langdistanz, das liegt mir irgendwie mehr.

Wünsche allen eine gute und verletzungsfreie Woche!

  

Peter Dämmer in Greven

 
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