08 | 09 | 2010
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Teamwettkämpfe 2009 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Inge Hohmann   
Dienstag, 02. Februar 2010 um 00:00 Uhr
Hinter mir liegt ein hervorragendes Trainingslager in Mallorca und danach ein intensiver Trainingsmonat, den Ute nicht besser hätte gestalten können. Hoch motiviert fahre ich das erste Mal in den Kraichgau. Der Challenge, eine Mitteldistanz, ist der erste Teamwettkampf in diesem Jahr, den ich nach der guten Trainingsphase kaum erwarten kann.
Die Stimmung im Team ist gut, die neue Teamkleidung viel schöner als letztes Jahr, das Wetter sonnig und warm und endlich fällt Sonntag morgen der ersehnte Startschuss. 32:36min später bin ich nach 1.9km Schwimmen bereits auf dem Weg zur ersten Wechselzone. So schnell kam ich noch nie zuvor aus dem Wasser und das trotz meiner Orientierungsschwierigkeiten.
Der Wechsel gelingt gut, also schnell auf das Rad. Zu Beginn liefere ich fast eine Showeinlage. Der Einstieg in die am Rad befestigten Radschuhe gelingt nicht. Ein Schuh verklemmt sich zwischen Pedal und Strasse. Glück gehabt, fast hätte ich mit dem Rad auf der Strasse gelegen- vor versammelter Zuschauerkulisse, das muss nicht wirklich sein.
Die Strecke ist anspruchsvoll, sehr gut abgesperrt und landschaftlich einfach schön. Mir geht es nur gut auf dem Rad, egal ob bergauf oder bergab. Gefordert haben mich fahrtechnisch die engen Kurven. Hart erlebe ich nur einen Aufstieg, ca. 200m lang, 13 Steigungsprozente. Die Zuschauer an der Strecke motivieren mich und ich denke mir, das ist ein Vorgeschmack auf Roth, meinem Hauptwettkampf. Seit Mallorca habe ich das Gefühl, kraftvoll Rad fahren zu können und so macht die ohnehin schon sehr geliebte Disziplin noch mehr Freude. Die Radstrecke ist das Highlight des Wettkampfes, die gefahrene Zeit und vor allem das gute Gefühl dabei motivieren mich enorm für Roth.
Nach 3:05:19h (Schnitt 29.5, Trittfrequenz 80, ca. 1100 Höhenmeter) erreiche ich die zweite Wechselzone.
Die Umstellung vom Rad aufs Laufen geht locker. Wieder zeigt sich die Wirkung von Utes hervorragendem Trainingsaufbau. Das Gefühl bei meinem dritten Halbmarathon ist anfangs sehr gut. Die Strecke mit ihren leichten Steigungen fordert mich jedoch mehr, als mir lieb ist. Das Laufen ist meine schwierigste Disziplin. Dann sehe ich eine Zeitangabe zu Beginn der zweiten Runde. Da ich im zweiten Startblock startete, konnte die Zeit für mich nicht stimmen. Nur leider komme ich nicht auf die Idee, 15 min abzuziehen. Stattdessen mache ich mir mentalen Stress und bin gefrustet, schon so lange unterwegs zu sein, und das trotz für mich schneller Schwimm- und Radzeit. Nach einer Laufzeit von 2:05:32 komme ich nach insgesamt 5:47.05h ins Ziel und freue mich aufs Team. Einige sind glücklicherweise schon dort. Der Austausch mit ihnen und mit Ute stellt mich wieder auf.
Im Kraichgau erreiche ich den 5. Rang in meiner Altersklasse W45 und damit einen gelungenen Einstieg in die Wettkampfsaison.

Challenge Roth am 12. 07. 2009
Als ich Ute im Herbst 2007 das erste Mal traf, hatte ich gleich zwei Träume, einmal einen Ironman finishen und einmal in Roth starten. Der erste Traum wurde am 13. 07. 2008 Wirklichkeit. Ich lief trotz Regen und Kälte überglücklich beim Ironman Zürich nach 12:45.32h ins Ziel. In Roth ein Jahr später sollte es etwas schneller gehen…
Die Atmosphäre in Roth ist etwas ganz besonderes. Dort lebt und feiert eine Stadt und die Umgebung „ihren“ Triathlon, das älteste deutsche Langdistanzrennen. Wie im Kraichgau treffen wir uns schon am Samstag auf dem Wettkampfgelände und fahren gemeinsam zum Einchecken der Räder. Die Stimmung ist wie immer gut, Anspannung hat wenig Platz. Ute schaut unermüdlich für alles mögliche, vom Radcheck über Salzbrezel bis zum Beine hoch legen. Sie ermutigt uns und gibt letzte Tipps. Nur schon das Miteinander und Zusammensein vor dem Wettkampf machen die Einzigartigkeit und das Besondere unseres Teams aus. Ich bin jedes Mal wieder froh und dankbar, dabei zu sein: Ute Mückel sebamed Triathlon Team… „we are triathlon“ und noch viel, viel mehr!!!
Am Morgen ist überhaupt keine Hektik in der Wechselzone. Ich mache in Ruhe mein Rad parat und geniesse in der Frühe die besondere Atmosphäre vor dem Start. Der Speaker heizt die Zuschauer auf der Brücke auf. Um 6:20h fällt der Startschuss und mein zweites Langdistanzrennen beginnt. Zu langsame Schwimmzeiten mag ich überhaupt nicht und nach der Erfahrung im Kraichgau (aber auch ohne) musste das Schwimmen auf jeden Fall in einer Zeit unter 1:10h liegen. „Musste“, das war das Problem, ich mache mir erneut zu viel Druck, das Ergebnis ist ein Zickzackkurs mit Sturm im Kopf. Nach 1:10:55h springe ich enttäuscht aus dem Wasser.
Dann sehe ich Ute und Thomas und schon ist der Frust weg. Der erste Wechsel gelingt gut.
Roth hat nicht nur die besten Zuschauer, sondern auch die besten Helfer.
Endlich auf dem Rad erfahre ich das erste Mal erfahre ich so richtig die motivierende und anspornende Wirkung der Zuschauer. Sich anfangs 10-25 km zurückhalten, Puls unbedingt im GA1-Bereich, hat Ute uns eindrücklich nahe gelegt. Zum Glück kommt die Abfahrt nach Eckersmühlen und der Puls beruhigt sich. Die Stimmung im Ort ist super. Die Kälte macht mir zu schaffen. Die Beinmuskulatur ist zu und ich bringe zu wenig Druck auf die Pedale. Aus den Riegeln in der Foodbox ist ein fest verklebter Klumpen geworden, den ich nur schwer auseinander bringe. Ich ersetze einige Riegelstücke durch Bananen, um den Ernährungsplan einhalten zu können. Kälte liegt mir überhaupt nicht. Kraftvolles Fahren ist kaum möglich, sofort schnellt der Puls nach oben und ich muss mich zurück nehmen. Dann kommt der Höhepunkt, die frenetische Menge am Solarer Berg. Viel habe ich erwartet, viel habe ich gehört, doch das übertrifft alles und ist einmalig. Voller Freude geniesse ich begeistert die Zuschauer, die Stimmung, die Fahrt.
Danach nehme ich mich zurück. Mir ist endlich warm und ich komme schneller vorwärts. In der zweiten Runde kommt Wind auf. Doch ich kann mein Tempo halten. Selma überholt mich am Gredinger Berg. Kurzer Austausch und schon ist sie weg. Ist einfach toll, im Team zu fahren. Die Radstrecke mit ihren Stimmungsnestern ist das absolute Highlight in Roth.
Auch der zweite Wechsel ist kein Problem trotz der Enge im Zelt. Wie im Kraichgau kann ich locker loslaufen. Bin sehr gespannt auf meinen zweiten Marathon, nachdem ich auf dem Rad doch einige Male im GA2- Bereich war. Dann sehe ich wieder Ute und Thomas. Von Ute erhalte ich eine geballte Ladung Power und Motivation. Habe den 30er- Schnitt geschafft, laufen sieht gut aus, weiter so den ganzen Marathon.
All das nehme ich mit in den Lauf. 10km in ca. 1:03h, zwischen km 15-20 penne ich, 21km in ca. 2:14h, zu langsam für die erste Hälfte, flaues Gefühl im Magen, das mit Salzkeksen schnell wieder verschwindet. Mir ist wohl während des gesamten Laufs und ich habe das Gefühl, dass ich relativ konstant durchlaufen kann. Sogar die Gels schmecken…
Kein Einbruch, auch der Hammermann meldet sich nicht an. Nach dem zweiten Wendepunkt sehe ich zu meiner Freude Selma. Blick auf die Uhr, für 4:30h wird es eng. Die Zeit für den WC- Stopp reut mich. Wieder am Kanal lege ich zu. Ab km 35 freue ich mich auf das Ziel im Wissen, dass Ute dort sein wird. Die letzten vier Kilometer werden härter,
bei km 41 4:25h. Der Aufstieg liegt noch vor mir. Ich werde langsamer, egal mit jedem Meter freue ich mich mehr auf den Zieleinlauf. Ich höre die Zuschauer, komme immer näher. Die vielen Leute, die Stimmung, und schon falle ich Ute überglücklich in die Arme. 11:44:07, ich kann es nicht fassen, ich habe es geschafft!!! Der Marathon war das Beste am gesamten Rennen, eine tolle Erfahrung und ich bin sicher, da liegt noch mehr drin.
Der Zieleinlauf in Roth und Utes herzlicher Empfang ist einer der intensivsten und glücklichsten Momente in meinem Leben, eine äusserst bewegende Erfahrung, die ich nie vergessen werde.

Wiesbaden am 16. 08. 2009
IM 70.3 und Teamwochenende
Hinter mir liegt ein ausgefülltes, intensives und lustiges Wochenende mit dem Team. Der Wettkampf, gestartet mit müden Beinen, kam einfach noch dazu.
Schwimmen…, 1.9 km sind ja nicht viel und diesmal ist kein Stress geplant, egal, was ich im Wasser zustande bringe. Ungefähr nach 50 Metern darf ich schon üben. Eine Athletin tritt so gegen die Schwimmbrille, dass sie ordentlich verrutscht und sich sofort mit Wasser füllt. Ich muss stoppen und hoffe, die Kontaktlinsen zu retten. Die linke Linse verabschiedet sich, zieht aber zum Glück die Schwimmbrille als Aufenthaltsort dem Hafenbecken vor. Ergebnis, ich verliere den Anschluss zur ersten Gruppe. Bis zur Wende komme ich ganz gut voran. Danach zieht es mich immer wieder nach rechts zu den Schiffen. Irgendwann kommt der Ausstieg. Erleichtert sehe ich, dass die Linse noch da ist. Für einäugiges Fahren ist mir die Radstrecke zu riskant und zu anspruchsvoll. Mit Ruhe schaffe ich es nach einigen Versuchen und die Linse ist wieder drin. Raus aus der Wechselzone und rauf aufs Rad, mit der ungeplant langen Pause sollte da ja jetzt etwas mehr drin liegen. Daraus wird nichts, mir fehlt die Power, langsam angehen lassen bis und mit dem ersten Aufstieg ändert daran leider auch nichts. Nach der ersten Verpflegungsstelle springt ganz ungewohnt die Kette ab und ich muss anhalten, damit das Rad nicht mich anhält. Ein Zuschauer hilft mir, hält das Rad und mit schwarzen Ölfingern geht es weiter. Ich hole mir einen Riegel aus meiner Foodbox. Kaum habe ich das Ding in der Hand, liegt es auch schon auf der Strasse. Unglaublich!!! Ich kann es nicht fassen. Also Zeit zum Bilanz ziehen, ungefähr 30km Rad mit dem ersten längeren Anstieg liegen hinter mir, ging ganz gut, dazu die mieseste je geschwommene Zeit seit Trainingsbeginn mit Ute, ganz und gar nicht gut. Also ran an den Wettkampf, ich gebe Gas und nehme mir vor auf den Abfahrten nicht zu viel Zeit zu verschenken. Es läuft, auch auf eher graden Strecken. Die Strohballen in den Kurven beachte ich möglichst nicht. Ich will nicht zu ihnen, ich will ins Ziel. Es geht weiter bis nach Wiesbaden mit sich abwechselnden Phasen. Mal kann ich fast kraftvoll fahren, dann kommen wieder Durststrecken, auf denen ich das Rad fast schieben könnte, sogar auf Strassen, wo ich gar keinen Grund dafür erkennen kann. Auch zum Schluss schaffe ich es nicht, den Schnitt in noch würdige Höhen zu bringen. Gespannt auf den Lauf, springe ich vom Rad, der zweite Wechsel gelingt ohne Pannen. Ich laufe los, alles fühlt sich normal an. Ich sehe mich ja nicht, Ute schon. Ihren ausgesprochen hilfreichen Schnellkurs zur Laufhaltung hätte ich gerne noch mal in einem ruhigeren Moment. Jede Begegnung mit ihr stellt mich auf. Die ersten zwei Kilometer langsam, aber auch danach komme ich leider nicht schneller voran. Es geht nicht, ich schaffe es nicht, schneller zu laufen. Auf der Laufstrecke gibt es zwei Höhepunkte, Ute und der Stand mit den Bändeln für die Laufrunden. Der Rest ist Durchkommen, ich will nur noch ins Ziel. Und irgendwann komme ich ins Ziel- erleichtert und geschafft. Den Zieleinlauf geniesse ich in vollen Zügen. Wiesbaden ist und bleibt ein toller Wettkampf.
Meine Zielzeit von 06:15.53 reicht noch für Rang 10 in meiner Altersklasse.

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 02. Februar 2010 um 11:09 Uhr
 
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